Mein erster Mentor war Otto Wilz, Unternehmer und CEO eines mittelständischen Unternehmens. Er begleitete mich mit der Sicht des Unternehmers und der Führungskraft in die Professionalität. Mit viel Geduld und Wissen stand er mir ein Stück meines Weges zur Seite und hat aus der Position des Vertrauten wichtige Impulse gegeben und diese nicht nur Impulse bleiben lassen. Viel später war es Jørgen Elley, ein besonderer Mensch, der mir den Weg in eine andere Kultur, neue Denkweisen, sprachliche Finessen und den Zugang zu vielschichtigen Menschen eröffnete.
Zwei Beispiele, die zeigen, wie bedeutend das Mentoring für die persönliche Entwicklung sein kann. Andere haben das auch erkannt und erlebt. Marc Zuckerberg hatte Steve Jobs und Angela Merkel hatte Helmut Kohl. Wir haben eines gemeinsam: Jemanden zur Seite gehabt zu haben, der den Weg geebnet hat, einen Vertrauten und Berater und Anwalt für seine Sache. Egal, wie man es bezeichnet, Freundschaft, Netzwerk, Sprungbrett oder eben Mentoring. Tandems wie diese sind oftmals eine Hilfe auf dem Weg in die richtige Richtung. Trotzdem bedarf es natürlich neben harter Arbeit und Talent noch einiger weiterer Zutaten für eine erfolgreiche Karriere.
Denn ganz ohne Zweifel ist die eigene Leistung die wesentliche Voraussetzung um die Karriereleiter zu erklimmen. Aber für jeden, dem sich die Gelegenheit für eine erfolgreiche Karriere geboten haben, sind persönliche Beziehungen von immenser Bedeutung.
Im Idealfall ist dies eine Mentor - Mentee Beziehung zwischen einer erfahrenen Führungskraft und einem jungen Talent. Hier wird der Mentor zum Sparringspartner, nimmt unterschiedliche Positionen ein, leitet an, kritisiert und motiviert. Dies geschieht in einem sicheren, von Vertrauen geprägten Raum, der auch ganz persönliche Belange schützt und bewahrt.
Mentoring on the job
Ich war nie Teil eines im Unternehmen etablierten, formellen Mentoring - Programms. Meine Mentoren waren Menschen, denen ich begegnet bin. Beim Sport, als direkte Vorgesetzte, als Unternehmer. Immer war es ihre Erfahrung, ihr Feedback und positive Kritik, die es mir möglich gemacht haben, mich zu entwickeln und zu wachsen. Schließlich aber war es für
beide
Seiten einwunderbares Geben und Nehmen und ein großer Gewinn.
Eine besondere Aufgabe
Meine heutige Aufgabe als Mentor ist ist das Ergebnis aus Erfahrung, Empathie, der Fähigkeit, Sichtweisen zu wechseln, neuer und innovativer Ideen und der Anwendung unkoventioneller Methoden. Es ist auch das Wissen um die große Verantwortung, die diese Aufgabe kennzeichnet. Diese Aufgabe macht mich froh und ist unglaublich befriedigend. Ein Grund dafür ist die Erkenntnis, selbst zu wachsen, indem man zu Wachstum beiträgt. Ein anderer ist das gegenseitige Vertrauen, das sich in der Beziehung, die man aufgebaut hat einstellt. Und es sind die Früchte der Arbeit, die man erntet, oftmals viel später...